Von Colmar nach Wissembourg

Der dritte Tag startet im Nebel. Das hat sich zum Standard dieser Tour entwickelt und stört uns nicht mehr, wir sind zuversichtlich, dass es bald aufklaren wird.

Das Navi soll uns nun den Weg zur Elsässer Weinstraße weisen, scheitert aber spektakulär.

EmmaIch habe den Verdacht, dass immer, wenn man von der geplanten Route abweicht und das Navi dann die Route neu berechnet, ungewollte Dinge passieren wie Verwendung von Autobahnen, schnellere statt schönere Route, etc. Ganz sicher bin ich mir aber noch nicht.

So sind wir zwar dem Nebel entkommen, aber munter auf dem Weg in die Vogesen, bevor Elli sich querstellt und hartnäckig darauf pocht, doch den braunen Hinweisschildern der Weinstraße zu folgen, von denen sie eins dahinten gesehen hatte.

Damit geht es zwar erst mal zurück in den Nebel, aber immerhin sind wir von nun an auf der gesuchten Weinstraße.

Der Geruch von vergärendem Traubensaft ist allgegenwärtig und der Ausspruch „Nee, watt is dat hier nett!“ wird zur Nr. 1 im Intercom und erschallt umso häufiger, je mehr auch hier im Tal das Wetter aufklart und die Sonne durch kommt.

Impressionen von der Elsässer Weinstraße.
Impressionen von der Elsässer Weinstraße. Etwas weiter links.
Nee, …
… watt is dat …
… nett hier.
Mittagsrast in Rosheim.
Mittagsrast in Rosheim. Etwas weiter links.
Mittagsrast in Rosheim. Gegenüber.

Wir drohen kurz im Bermudadreieck Rosheim-Mutzig-Molsheim verloren zu gehen, können uns nach der zweiten Runde aber befreien. Ursprünglich wollten wir ja heute nach Saarlouis, aber das ist noch weit und wird uns zu spät und wir beschließen kurzerhand, Wissembourg zu unserem Tagesziel zu machen.

Auf dem Weg dorthin kommen wir durch Brumath, wo gerade Kirmes ist und wir halten an, um einen Kaffee zu trinken.

Alle auf der Kirmes?
Kann mir mal jemand den Kaffee reichen?

Das Café ist nett, der Kaffee schmeckt und ist überraschend günstig. Ein älterer Herr kommt vorbei und schaut sich unsere Mopeds an. Ich frage, ob sie vielleicht im Weg seien und ich sie weg bewegen soll. Aber nein, der Mann erzählt uns in einer Mischung aus Deutsch, Französisch und Elsässisch vermutlich seine Lebensgeschichte. Sicher sind wir nicht, denn wir verstehen nur ungefähr jedes vierte Wort. Aber das macht nichts, er erzählt von Motorrädern, der Polizei und Herzschrittmachern und hebt sein Hemd hoch, um uns seine Narbe zu zeigen. Ein wenig surreal ist das Ganze schon, aber harmlos.

Haguenau queren wir diesmal im Berufsverkehr, was die Sache nicht schöner macht. In Wissembourg schließlich verschaffen wir uns erst einmal einen Überblick, indem wir die Altstadt einmal in Einbahnrichtung umfahren. Elli hat die Idee, dass wir diesmal versuchen sollten, eine Übernachtung über die Touri-Info klar zu machen. Das klappt auch erstaunlich gut, denn „man spricht deutsch“ und schnell ist eine günstige und dennoch zentrale Unterkunft gefunden, in der auch Biker willkommen sind. Das war die bisher unproblematischste Variante und wir überlegen uns, ob wir das nicht öfter so machen sollten.

So haben wir diesmal viel Zeit, die Abendstimmung in Wissembourg einzufangen und zu genießen.

Das trinken schon die Kleinen.
Abendstimmung in Wissembourg.

Unser Zimmer ist OK, wir schlafen einigermaßen und das Frühstück am nächsten Morgen ist reichhaltig.

Frühstück bei Mme Solange Schneider.

Dritte Tagesetappe

Tagesetappe: 216 km – 👍🏼 👍🏼

Unterkunft: Mme Solange Schneider (über Tourist-Info), ⭐️⭐️ – 👍🏼 – 59,00 Euro DZ mit Frühstück.

Unterbringung Mopeds: Im Hofbereich der Unterkunft, abgesperrt aber im Freien.

Emma Verfasst von:

Honda NC 750X (2016)

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